Reisen in Island mit Allergien: Tipps & Infos zur guten Vorbereitung

Tipps & Tricks

Eine Rundreise auf Island mit dem Camper oder Auto – Vulkane, Gletscher, Wasserfälle, endlose Lavafelder. Traumhaft. Aber wenn du eine Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz oder eine Nussallergie hast, stellt sich schnell die Frage: Was esse ich da eigentlich? 

Keine Panik. Island ist überraschend gut aufgestellt, wenn es um diätetische Einschränkungen geht. Du musst nur wissen, wo du schaust und was du lieber meiden solltest.

Warum Island für Allergiker gar nicht so kompliziert ist

Isländer essen viel Fisch, viel Lamm, viele Kartoffeln und Skyr. Das sind alles Dinge, die von Natur aus glutenfrei sind. Dazu kommt: Das Land ist dünn besiedelt, viele Menschen kaufen in gut sortierten Supermärkten ein, und die Auswahl an Spezialernährung ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen.

Auf einer Island Rundreise von 7 oder 10 Tagen fährst du zwangsläufig durch Orte wie Vík, Höfn, Egilsstaðir, Akureyri oder Selfoss – und in fast allen davon gibt es einen ordentlichen Supermarkt. Du bist nicht auf dich allein gestellt.

Supermarkt-Basics: Das findest du in Island

Die großen isländischen Supermarktketten sind Krónan, Nettó, Bónus und Hagkaup. Du findest sie entlang der Ringstraße in den meisten größeren Orten. Glutenfreie Produkte sind meist mit „glútenlaus" gekennzeichnet – das isländische Wort für glutenfrei. Einprägen lohnt sich.

In den kleinen N1-Tankstellen auf dem Land ist die Auswahl deutlich begrenzter – dort findest du meistens Nüsse, Obst, Joghurt oder Schokolade, aber keine vollständige glutenfreie Mahlzeit.

Unser Tipp: Fahr größere Vorräte in den Städten auf. Wenn du weißt, dass du zwei Tage auf dem Land unterwegs bist, pack entsprechend ein.

Was du gut einpacken oder kaufen kannst

Kohlenhydrate & Snacks

  • Glutenfreies Brot oder Wraps (auf „glútenlaus" achten) – ideal für Sandwiches unterwegs
  • Reis oder glutenfreie Pasta – neutral, sättigend, gut kochbar
  • Reis- oder Mais-Cracker, glutenfreie Knäckebrote
  • Glutenfreie Müsliriegel oder Nuss-Frucht-Riegel – perfekt für lange Wandertage an den Sehenswürdigkeiten Islands

Proteine

  • Dosenfisch (Thunfisch, Sardinen) – kein Kühlen nötig, praktisch im Van
  • Hartwurst / Aufschnitt – oft glutenfrei, aber Etikett checken
  • Eier – vielseitig und auf jedem Campingkocher machbar
  • Nüsse & Kerne – energiedicht und haltbar (Achtung bei Nussallergie: s. unten)
  • Bohnen oder Linsen aus der Dose – für schnelle Eintöpfe

Gemüse & Obst

  • Kartoffeln – klassisch isländisch und fast überall erhältlich
  • Karotten, Paprika, Gurke, Tomaten – roh oder gekocht
  • Äpfel, Bananen, Orangen – kein Schneiden, kein Kochen, direkt snacken

Milchprodukte & Alternativen

  • Skyr – das isländische Milchprodukt schlechthin. Sehr proteinreich, viele Varianten ohne Zusatzstoffe. Meistens laktosearm, aber bei starker Laktoseintoleranz trotzdem Etikett checken
  • Hartkäse – hält sich auch kurze Zeit ohne Kühlung
  • Laktosefreie Milch und Joghurt – in größeren Supermärkten gut verfügbar

Süßes

  • Dunkle Schokolade – meist glutenfrei
  • Isländisches Lakritz – eine echte Spezialität, viele Varianten glutenfrei (Etikett prüfen)

Einfache Campinggerichte für unterwegs

Mit einem Campingkocher lässt sich auf Island erstaunlich gut kochen. Diese Gerichte funktionieren glutenfrei, sind sättigend und brauchen keine ausgefallenen Zutaten:

  • Reis mit Bohnen + Dosenfisch oder Linsen + Gewürze – schnell, günstig, lecker
  • Glutenfreie Pasta mit Tomatensoße + Gemüse – Klassiker, der nie nervt
  • Kartoffeln in der Pfanne mit Hartkäse oder Feta + Kräuter – typisch isländisch und einfach gut
  • Omelette mit Gemüse und Aufschnitt – Frühstück oder Abend, egal
  • Nuss-Frucht-Müsli mit Skyr oder Milch – perfekter Start nach einer Nacht unter dem Sternenhimmel

Alles kombinierbar, alles sättigend – auch nach einem langen Fahrtag auf der Ringstraße.

Typisch isländisch und trotzdem verträglich

Island hat einige lokale Spezialitäten, die es sich lohnt auszuprobieren. Einige davon sind von Haus aus glutenfrei:

  • Frischer Fisch & Meeresfrüchte – natürlich glutenfrei, solange nicht paniert. In den Fischrestaurants einfach kurz nachfragen
  • Lammfleisch – das isländische Lamm weidet frei in der Natur, und gegrilltes oder gekochtes Lamm ist glutenfrei
  • Gekochte oder Ofenkartoffeln – klassische Beilage, unkompliziert
  • Isländische Schokolade & Süßigkeiten – zum Teil glutenfrei, Etikett prüfen
  • Eiscreme – in größeren Orten (auch in Reykjavik) viele glutenfreie Sorten verfügbar, Infos direkt im Shop

Achtung: Das klassische rúgbrauð (isländisches Roggenbrot, manchmal geothermisch gebacken) ist nicht glutenfrei. Schön anzuschauen, aber besser stehen lassen.

Nussallergie auf Island: Was du wissen solltest

Eine Nussallergie ist auf einer Rundreise durch Island gut handhabbar – aber Vorsicht ist trotzdem angebracht.

Viele glutenfreie Fertigprodukte und Riegel enthalten Nüsse oder wurden in Betrieben hergestellt, die Nüsse verarbeiten. Immer das Etikett lesen. Der gute Nachrichten: Viele Produkte in isländischen Supermärkten sind importiert – und damit oft auch auf Englisch beschriftet. Allergene sind in der EU und auf Island gesetzlich kennzeichnungspflichtig und werden meist fett gedruckt oder gesondert aufgelistet.

Was in Island häufiger vorkommt als gedacht: Walnüsse und Mandeln tauchen regelmäßig in Gebäck, Schokolade und Desserts auf. Erdnüsse sind seltener – aber in asiatischen Restaurants in Reykjavik ist Vorsicht geboten, da Erdnuss-basierte Saucen dort typisch sind.

Erdnussbutter und Nutella findest du im Supermarkt problemlos, in Restaurants sind sie aber kaum anzutreffen – also kein großes Thema beim Essen gehen.

In Restaurants ist das Personal in Reykjavik und größeren Orten in der Regel gut informiert. Trotzdem: Allergie immer explizit bei der Bestellung erwähnen, nicht einfach voraussetzen, dass die Küche es weiß. Der isländische Satz dafür lautet:

„Ég er með hnetuofnæmi" – Ich habe eine Nussallergie.

Auf dem Land – kleine Cafés, Tankstellenrestaurants – lieber selbst kochen oder sehr genau nachfragen.

Im Notfall: Das isländische Gesundheitssystem ist exzellent und gut erreichbar. Der Notruf ist 112 – gilt für Notfälle jeder Art, auch medizinische.

Laktoseintoleranz: Island ist gut vorbereitet

Laktosefreie Produkte („laktósulaus" auf Isländisch) sind in den größeren Supermärkten gut verfügbar. Laktosefreie Milch, Joghurt und Käsealternativen findest du in Bónus, Hagkaup und Krónan problemlos.

Skyr enthält zwar Laktose, aber in relativ geringen Mengen – viele Menschen mit leichter Laktoseintoleranz vertragen ihn gut. Bei starker Intoleranz lieber testen oder weglassen.

In Cafés und Restaurants in Reykjavik ist Hafermilch oder Mandelmilch als Alternative inzwischen fast überall verfügbar. Im ländlichen Bereich eher weniger – also lieber selbst einpacken.

Hilfreiche Apps & Tools für unterwegs

Island ist zwar ein kleines Land, aber Etiketten sind oft auf Isländisch – und das ist nun mal keine Sprache, die man mal eben liest.

Ein paar Apps, die auf der Rundreise wirklich helfen:

  • Yuka – scannt Barcodes und zeigt Inhaltsstoffe und Allergene an, oft auch mit Übersetzung
  • Open Food Facts – kostenlose Open-Source-Datenbank für Lebensmittel, viele isländische Produkte sind erfasst
  • Google Translate – Kamera-Funktion nutzen, einfach auf das Etikett richten und übersetzen lassen
  • Damit kannst du auch im hintersten Supermarkt auf dem Land sicher einkaufen.

Auf der Ringstraße unterwegs: Wo auffüllen?

Wenn du Island in 7 oder 10 Tagen mit dem Camper oder Van erkundest, fährst du unweigerlich durch Abschnitte, wo der nächste Supermarkt 100 km entfernt ist. Diese Orte eignen sich gut zum Vorräte auffüllen:

  • Reykjavik – Startpunkt für die meisten Rundreisen, hier gibt es alles
  • Selfoss – erster großer Stopp Richtung Süden
  • Vík – kleiner, aber mit Supermarkt und guter Auswahl
  • Höfn – Hummer-Hauptstadt Islands, auch gut zum Einkaufen
  • Egilsstaðir – wichtiger Versorgungsstopp im Osten
  • Akureyri – größte Stadt im Norden, sehr gute Auswahl

Diese Orte auf der Karte markieren und bewusst zum Einkaufen nutzen. So bist du auch in den ruhigeren Abschnitten – zum Beispiel rund um die Westfjorde oder das Hochland – gut versorgt.

Kurz zusammengefasst: Deine Checkliste

✅ Isländisch lernen: „glútenlaus" = glutenfrei, „laktósulaus" = laktosefrei 
✅ In größeren Orten vorrätig kaufen: auf dem Land wird die Auswahl kleiner 
✅ Barcode-Scanner App installieren (Yuka, Open Food Facts, Google Translate mit Kamera) 
✅ Camping-Grundzutaten für einfache Gerichte mitnehmen 
✅ Englisch reicht überall: einfach nachfragen 
✅ Rúgbrauð (Roggenbrot) meiden bei Glutenunverträglichkeit
✅ Skyr ausprobieren: das isländische Nationalprodukt, meistens verträglich

Island wartet auf dich – mit Vulkanen, Geysiren, Polarlichtern und ja, auch mit ausreichend glutenfreiem Essen. Pack den Van, lad deine Vorräte auf und fahr los. Die Ringstraße macht auch mit Ernährungseinschränkungen richtig Spaß.

Bei Iceland Nomads organisieren wir Rundreisen durch Island – mit eigenem Van oder Camper, flexibler Route entlang der Ringstraße und allem, was du brauchst, um Vulkane, Wasserfälle, Gletscher und Polarlichter in deinem eigenen Tempo zu erleben. Ob 7 Tage oder 10 Tage: Wir haben die passende Route für dich.

Und weil wir wissen, dass praktische Infos genauso wichtig sind wie die schönen Landschaften, geben wir dir alles mit – inklusive Tipps für unterwegs, Einkaufen und Essen. Hast du eine Allergie oder Unverträglichkeit und bist dir nicht sicher, ob unsere Rundreise die richtige Option für dich ist? Unser Team schaut gemeinsam mit dir, was passt – damit du gut vorbereitet und ohne Stress losfahren kannst.

Häufig gestellte Fragen über Island

Woraus besteht das Foodpack?
Unser Foodpack enthält gefriergetrocknete Mahlzeiten, zu denen man einfach heißes Wasser und Zutaten hinzufügen kann, um sie selbst zuzubereiten. Wir haben eine Fleischversion und eine vegetarische Version, die 3 Mahlzeiten pro Person und Tag für die gesamte Dauer deiner Reise enthalten. Achtung: Bitte beachten Sie, dass das Foodpack nicht für Personen mit Allergien oder speziellen Diäten geeignet ist, da es Spuren von Erdnüssen, Gluten und anderen Allergenen enthalten kann.
Wo übernachten während eine Rundreise in Island?

Das Camping, das Dachzelt Island oder der ausgebaute Van sind die immersivsten Optionen. Du kannst auch in Gästehäusern oder typischen Hütten übernachten. Wichtig ist, im Sommer frühzeitig zu buchen, da dies die Hauptsaison für den Tourismus ist.

Ist es teuer, nach Island zu reisen?

Island ist bekannt dafür, ein teures Reiseziel zu sein, aber das Dachzelt-Abenteuer ermöglicht es, die Ausgaben zu senken und gleichzeitig ein einzigartiges Erlebnis zu genießen. Die Road Trips von Iceland Nomads beinhalten die Ausrüstung und Reservierungen, um dein Budget zu erleichtern.

Ist es einfach, in Island zu fahren?
Ja, die Hauptstraßen sind gut gepflegt und der Verkehr fließt. Man muss nur seine Fahrweise an den Wind, die Schafe (die oft auf der Straße sind!) und das Wetter anpassen. Hinweis: Ab Januar 2026 wird eine Straßenbenutzungsgebühr pro Kilometer eingeführt.
Gibt es vor Ort Unterstützung?
Bei Ihrer Ankunft in Island werden Sie herzlich von unseren Rangern vor Ort empfangen. Sie werden Sie willkommen heißen und Ihnen eine kurze Erklärung geben, bevor Sie Ihr siebentägiges Roadtrip-Abenteuer beginnen. Während Ihrer Reise finden Sie alle nützlichen Informationen in unserer App. Außerdem haben Sie kurz vor Ihrer Abreise Zugang zu einer Whatsapp-Gruppe mit allen Teilnehmern, die am selben Datum starten. In dieser Gruppe können Sie miteinander kommunizieren, und jemand aus dem Team wird ebenfalls verfügbar sein, falls es zu einem Notfall kommt.
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